In Paint - Innovative arbeitsbasierte Ausbildung

UNIEP, der Internationale Verband der Malerbetriebe, vertritt 15 nationale Verbände, 60.000 Unternehmen und 240.000 professionelle Maler. Von 2017 bis 2019 führt er das europäische Projekt "In Paint"durch. Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz ist Partner dieses Projektes.

Ziel des Projekts ist es, die Professionalität, die Qualifikation, die Fähigkeiten und das Image des Maler-und Lackierer-Handwerks in Europa zu verbessern und dadurch mehr junge Menschen für eine Ausbildung als Maler und Lackierer zu gewinnen.

Europaweit soll die Ausbildung zum Maler und Lackierer durch berufsbegleitendes Lernen verbessert werden. Bei uns in Deutschland ist damit die duale Ausbildung gemeint. Andere Länder haben nicht diesen Standard und sollen von „bester Praxis“ – gerade auch in Deutschland – lernen.

Im Rahmen dieses Projektes wird eine Website entwickelt, die Informationen über Modelle und Erfahrungen sammeln soll, um Berufsschullehrer, Ausbildungsbetriebe, Auszubildende und Marktpartner zu unterstützen, den aktuellen Stand unseres Handwerks zu dokumentieren und allen Beteiligten zugänglich zu machen. 

Mehr Informationen unter http://www.eu-inpaint.eu/in-paint/ (in englischer Sprache)

Halbzeit für Erasmus-Projekt "InPaint"

Das vom internationalen Verband UNIEP und mehreren europäischen Partnern durchgeführte Erasmus-Projekt "InPaint" (Oktober 2017 - September 2019) geht in die zweite Projektphase.

Der Bundesverband Farbe ist als nationaler Partner an dem Projekt beteiligt. Ziel des Projekts ist es, die Professionalität und das Image des Maler- und Lackierer-Handwerks in Europa zu verbessern und dadurch mehr junge Menschen für eine Ausbildung als Maler und Lackierer zu gewinnen. Um dies zu erreichen, unternimmt das Projekt verschiedene Maßnahmen, die im Folgenden vorgestellt werden: 

WBL Observatory Platform

Im Rahmen des Projektes wird eine Website entwickelt, die sogenannte "Work Based Learning Observatory Platform", die die Ergebnisse des Projekts und weitergehende Informationen bereitstellt.

Ziel der interaktiv gestalteten Plattform ist es, diese Informationen länderübergreifend und europaweit zu sammeln und den verschiedenen nationalen Stakeholdern der Maler- und Lackiererbranche zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören die Berufsschulen, die Lehrer und Ausbilder, die Betriebe sowie die Auszubildenden.

Konkret soll der aktuelle Stand des Handwerks dokumentiert und Beispiele "bester Praxis" insbesondere in Bezug auf die Lehrlingsausbildung zugänglich gemacht werden. 
Um die Wünsche und Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer zu erfassen, wurde eine Nutzerbefragung durchgeführt und folgende Themen als am wichtigsten identifiziert: Karriereberatung für Lehrlinge (Zukunftsaussichten, Arbeitsalltag, Anforderungen etc.) Technische Informationen (neue Ausrüstung, Techniken, Materialien, Produkte etc.) (Lehr)-Materialien für Unterricht und Ausbildung, Ausbildung (Informationen zu Aus-; Fort- und Weiterbildung und deren Anbieter, staatliche Förderung etc.) 

Bericht über den Stand der Berufsausbildung der Maler und Lackierer

In dem Bericht wurde für jedes teilnehmende Land die Ausbildung von Malern und Lackierern sowie die Umsetzung arbeitsbasierten Lernens (WBL) detailliert beschrieben, um einen Vergleich zwischen den sehr unterschiedlichen Ausbildungssystemen zu ermöglichen.

Als vorbildhaft gilt arbeitsbasiertes Lernen, welches in Deutschland im Rahmen des dualen Systems durchgeführt wird. Entsprechend sollen sich die anderen Länder an diesem orientieren und durch die Beschreibung der Funktionsweise des Systems einerseits und die Bereitstellung von bester Praxis und Lehr-/Ausbildungs-Beispielen andererseits, von diesem lernen.

 

 

WBL Developer Work-based Learning Developer

Zudem zielt das Projekt darauf ab, die Position des sogenannten "WBL Developer" (Entwickler arbeitsbasieres Lernen) zu erarbeiten und in die nationalen Ausbildungssysteme zu integrieren.

Gestellt werden soll der WBL Developer von den jeweiligen nationalen Verbänden. Hintergrund hierfür ist, dass "Work-based Learning" (WBL) (arbeitsbasiertes Lernen) auf europäischer Ebene zunehmend in den Blick gerät. 
Grund hierfür ist, dass dem Modell der dualen Berufsausbildung zu Gute gehalten wird, dass es in positiver Weise den Übergang von Schule zum Arbeitsmarkt organisiert und zu einer bedarfsgerechten Qualifizierung von Fachkräften beiträgt.

Mit der Position des WBL Developer wird dem Umstand Rechnung getragen, das in Ländern ohne duale Ausbildung, aber auch in Ländern mit dualer Ausbildung wie Deutschland, die Betriebe zunehmend Probleme haben, geeignete Auszubildende zu finden bzw. Ausbildungsabbrüche zu verhindern. 

Aufgaben des WBL Developer

Die Herausforderung, sich dieser Problematik anzunehmen und dabei die zahlreichen interessierten Parteien im Kontext der beruflichen Bildung wie bspw. Betriebe, Jugendliche, Schulen, Berufsverbände und Industrie sowie deren Interessen einzubeziehen, ist Aufgabe des WBL Developer. 

Konkret soll dieser zwischen den an der Berufsausbildung beteiligten Parteien vermitteln und damit die Maßnahmen und Anstrengungen in der Lehrlingsausbildung koordinieren. 
Zu seinem Aufgabenfeld gehören:

  • Informieren über aktuelle Marktentwicklungen
  • Abstimmen von Ausbildungsinhalten auf die Entwicklungen in der betrieblichen Praxis
  • Entwickeln und/oder Informieren über Weiterbildungsangebote für Ausbilder/Lehrkräfte
  • Informieren über aktuelle pädagogische Ansätze
  • Fördern der Zusammenarbeit von Schule und Betrieb sowie Industrie
  • Informieren über Entwicklungen und Anforderungen des europäischen Arbeitsmarkts
  • Unterstützen bei der Ausbildung (z. B. Hilfsangebote wie Nachhilfe u. ä.) Beraten und Vermitteln von Arbeitsplätzen (falls keine Übernahme in Betrieb nach Beendigung der Ausbildung möglich ist)   

Ziel des WBL Developer ist es, Kooperationsstrukturen und die passgenaue Vermittlung von Praktika bzw. Arbeitsplätzen zu entwickeln, auf- bzw. auszubauen und Ansprechpartner für Betriebe und Jugendliche zu sein, damit zum einen der

  • Übergang von Schule/Ausbildung in Betriebe erleichtert und die
  • Jugendarbeitslosigkeit vermindert wird 
    und zum anderen der

  • Fachkräftemangel für Betriebe nicht existenzbedrohend wird. 

Anforderungsprofil des WBL Developers

Diese neue und gleichzeitig anspruchsvolle Position braucht neben dem zuvor beschriebenen Aufgabenfeld auch ein klar definiertes Anforderungsprofil, damit sichergestellt werden kann, dass zukünftige Bewerber das nötige fachliche Wissen und Können sowie die persönlichen Eigenschaften mitbringen, die für die Tätigkeit erforderlich sind.

Dieses Anforderungsprofil wurde unter Federführung der SBG Dresden entwickelt. 

Nationaler Validierungsworkshop am 30.11.2018

Am 30. November 2018 fand im Rahmen der Sitzungen des Bildungsausschuss und des Arbeitskreis Schulen der nationale Validierungsworkshop des Erasmus-Projekts InPaint statt. 
Ziel des Workshops war es, die im Rahmen des Projekts entwickelte Webseite (WBL Observatory Platform) und das Profil des WBL Developer auf nationaler Ebene der Projektpartner durch Experten und Expertinnen des Malerhandwerks evaluiert werden. 
Somit bot der Workshop die Gelegenheit nationale Vorstellungen, Anregungen und Ideen einzubringen und damit die Ausgestaltung des Projekts konkret mitzubestimmen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops nutzten diese Gelegenheit und brachten sich intensiv in die lebhafte Debatte ein.

Die Ergebnisse des Workshops werden an die Projektpartner weitergegeben und die Ausgestaltung der evaluierten Aspekte entscheidend beeinflussen.

  • Vorstellung des Erasmus-Projekts InPaint
  • Diskussion der Projektergebnisse
  • Der WBL Developer im Mittelpunkt

Weitere Termine

Das erarbeitete Anforderungsprofil des WBL-Developer wurde im Rahmen nationaler Validierungsworkshops (in Deutschland am 30.11.2019 in Fulda) einer kritischen Prüfung unterzogen. 
Dies beinhaltet die Identifizierung von Ungenauigkeiten, die Ergänzung fehlender Aspekte sowie Anregungen und weitere Ideen abzugeben. 
Neben dem nationalen Workshop widmen sich auch zwei transnationale Trainers Camps dem Kernstück des Projekts.

Vom 11.-13. Februar 2019 findet in Dresden das erste Trainers Camp unter der Mitwirkung von Lehrern und Ausbildern aus allen beteiligten Ländern statt. Auch hier soll das Anforderungsprofil des WBL Developer evaluiert werden, diesmal allerdings aus einer dezidiert praxisnahen Perspektive mit speziellem Fokus auf die fachlichen Kompetenzen.

Das zweite Trainers Camp, welches voraussichtlich im Mai 2019 in Tschechien stattfinden wird, beschäftigt sich mit der Frage wie man den WBL Developer (weiter)-qualifizieren kann und zielt darauf ab, beispielhaft ein bis zwei Lehrmittel zu entwerfen.

 

Verbreitung und Projektabschluss

Zur Verbreitung der Projektergebnisse findet am 13. Juni 2019 in Brüssel, Belgien eine Veranstaltung statt, bei der die Ergebnisse und Erfahrungen des Projekts an Stakeholder aus anderen Sektoren und Branchen weitergegeben werden. Seinen Abschluss findet das Projekt schließlich bei der Abschlusskonferenz vom 1.-2. Juli in St. Pölten, Österreich.  

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