In Paint - Innovative arbeitsbasierte Ausbildung

UNIEP, der Internationale Verband der Malerbetriebe, vertritt 15 nationale Verbände, 60.000 Unternehmen und 240.000 professionelle Maler. Von 2017 bis 2019 führt er das europäische Projekt "In Paint"durch. Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz ist Partner dieses Projektes.

Ziel des Projekts ist es, die Professionalität, die Qualifikation, die Fähigkeiten und das Image des Maler-und Lackierer-Handwerks in Europa zu verbessern und dadurch mehr junge Menschen für eine Ausbildung als Maler und Lackierer zu gewinnen.

Europaweit soll die Ausbildung zum Maler und Lackierer durch berufsbegleitendes Lernen verbessert werden. Bei uns in Deutschland ist damit die duale Ausbildung gemeint. Andere Länder haben nicht diesen Standard und sollen von „bester Praxis“ – gerade auch in Deutschland – lernen.

Im Rahmen dieses Projektes wird eine Website entwickelt, die Informationen über Modelle und Erfahrungen sammeln soll, um Berufsschullehrer, Ausbildungsbetriebe, Auszubildende und Marktpartner zu unterstützen, den aktuellen Stand unseres Handwerks zu dokumentieren und allen Beteiligten zugänglich zu machen. 

Mehr Informationen unter http://www.eu-inpaint.eu/in-paint/ (in englischer Sprache)

InPaint Meeting in Dresden

Vom 11. - 13. Februar fand bei der Sächsischen Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH (SBG Dresden) ein dreitägiges Meeting des Projekts InPaint statt.

Dabei wurden zunächst die Ergebnisse der in allen Partnerländern vorgenommenen Validierungsworkshops ausgewertet und diskutiert. 

Konkret wurde das Anforderungsprofil des WBL Developer für eine bessere praktische Anwendung deutlich vereinfacht und dessen zukünftige Aufgaben weiter spezifiziert.

So ergaben die Rückmeldungen aus den Partnerländern, dass je nach nationalem Kontext dem WBL Developer sehr unterschiedliche Aufgaben zugewiesen werden. Entsprechend erscheint es sinnvoll, den WBL Developer an die jeweiligen Herausforderungen des Ausbildungssystems in dem er/sie eingesetzt wird, anzupassen und damit nationale Schwerpunktsetzungen zu ermöglichen. 

Des Weiteren wurde das Anforderungsprofil des WBL Developer in Units of Learning Outcomes übersetzt, um die Qualifizierung zukünftiger WBL Developer zu ermöglichen.

Auf dieser Grundlage werden in einem weiteren Schritt spezifische Qualifizierungsmaßnahmen entworfen.

  • Transnationales Meeting in Dresden

Paint Up - arbeitsbasiertes Lernen im Fokus

Auch das Erasmus-Projekt "Paint Up" des europäischen Dachverbandes UNIEP beschäftigt sich mit der Thematik arbeitsbasierten Lernens - der Abschlussbericht liegt nun vor. Das Projekt widmet sich der Rolle von Ausbildern in Malerbetrieben (KMUs) im arbeitsbasierten Lernen.

Dazu wurden zunächst die Aufgaben und Tätigkeiten der Ausbilder in verschiedenen nationalen Berufsausbildungssystemen dargestellt, um darauf aufbauend herauszufinden, welche Fähigkeiten und Kompetenzen Ausbilder benötigen und wie deren wichtige Rolle in der Ausbildung gestärkt werden kann.

WBL Observatory Platform

Im Rahmen des Projektes wird eine Website entwickelt, die sogenannte "Work Based Learning Observatory Platform", die die Ergebnisse des Projekts und weitergehende Informationen bereitstellt.

Ziel der interaktiv gestalteten Plattform ist es, diese Informationen länderübergreifend und europaweit zu sammeln und den verschiedenen nationalen Stakeholdern der Maler- und Lackiererbranche zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören die Berufsschulen, die Lehrer und Ausbilder, die Betriebe sowie die Auszubildenden.

Konkret soll der aktuelle Stand des Handwerks dokumentiert und Beispiele "bester Praxis" insbesondere in Bezug auf die Lehrlingsausbildung zugänglich gemacht werden. 
Um die Wünsche und Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer zu erfassen, wurde eine Nutzerbefragung durchgeführt und folgende Themen als am wichtigsten identifiziert: Karriereberatung für Lehrlinge (Zukunftsaussichten, Arbeitsalltag, Anforderungen etc.) Technische Informationen (neue Ausrüstung, Techniken, Materialien, Produkte etc.) (Lehr)-Materialien für Unterricht und Ausbildung, Ausbildung (Informationen zu Aus-; Fort- und Weiterbildung und deren Anbieter, staatliche Förderung etc.) 

Bericht über den Stand der Berufsausbildung der Maler und Lackierer

In dem Bericht wurde für jedes teilnehmende Land die Ausbildung von Malern und Lackierern sowie die Umsetzung arbeitsbasierten Lernens (WBL) detailliert beschrieben, um einen Vergleich zwischen den sehr unterschiedlichen Ausbildungssystemen zu ermöglichen.

Als vorbildhaft gilt arbeitsbasiertes Lernen, welches in Deutschland im Rahmen des dualen Systems durchgeführt wird. Entsprechend sollen sich die anderen Länder an diesem orientieren und durch die Beschreibung der Funktionsweise des Systems einerseits und die Bereitstellung von bester Praxis und Lehr-/Ausbildungs-Beispielen andererseits, von diesem lernen.

 

 

WBL Developer Work-based Learning Developer

Zudem zielt das Projekt darauf ab, die Position des sogenannten "WBL Developer" (Entwickler arbeitsbasieres Lernen) zu erarbeiten und in die nationalen Ausbildungssysteme zu integrieren.

Gestellt werden soll der WBL Developer von den jeweiligen nationalen Verbänden. Hintergrund hierfür ist, dass "Work-based Learning" (WBL) (arbeitsbasiertes Lernen) auf europäischer Ebene zunehmend in den Blick gerät. 
Grund hierfür ist, dass dem Modell der dualen Berufsausbildung zu Gute gehalten wird, dass es in positiver Weise den Übergang von Schule zum Arbeitsmarkt organisiert und zu einer bedarfsgerechten Qualifizierung von Fachkräften beiträgt.

Mit der Position des WBL Developer wird dem Umstand Rechnung getragen, das in Ländern ohne duale Ausbildung, aber auch in Ländern mit dualer Ausbildung wie Deutschland, die Betriebe zunehmend Probleme haben, geeignete Auszubildende zu finden bzw. Ausbildungsabbrüche zu verhindern. 

Aufgaben des WBL Developer

Die Herausforderung, sich dieser Problematik anzunehmen und dabei die zahlreichen interessierten Parteien im Kontext der beruflichen Bildung wie bspw. Betriebe, Jugendliche, Schulen, Berufsverbände und Industrie sowie deren Interessen einzubeziehen, ist Aufgabe des WBL Developer. 

Konkret soll dieser zwischen den an der Berufsausbildung beteiligten Parteien vermitteln und damit die Maßnahmen und Anstrengungen in der Lehrlingsausbildung koordinieren. 
Zu seinem Aufgabenfeld gehören:

  • Informieren über aktuelle Marktentwicklungen
  • Abstimmen von Ausbildungsinhalten auf die Entwicklungen in der betrieblichen Praxis
  • Entwickeln und/oder Informieren über Weiterbildungsangebote für Ausbilder/Lehrkräfte
  • Informieren über aktuelle pädagogische Ansätze
  • Fördern der Zusammenarbeit von Schule und Betrieb sowie Industrie
  • Informieren über Entwicklungen und Anforderungen des europäischen Arbeitsmarkts
  • Unterstützen bei der Ausbildung (z. B. Hilfsangebote wie Nachhilfe u. ä.) Beraten und Vermitteln von Arbeitsplätzen (falls keine Übernahme in Betrieb nach Beendigung der Ausbildung möglich ist)   

Ziel des WBL Developer ist es, Kooperationsstrukturen und die passgenaue Vermittlung von Praktika bzw. Arbeitsplätzen zu entwickeln, auf- bzw. auszubauen und Ansprechpartner für Betriebe und Jugendliche zu sein, damit zum einen der

  • Übergang von Schule/Ausbildung in Betriebe erleichtert und die
  • Jugendarbeitslosigkeit vermindert wird 
    und zum anderen der

  • Fachkräftemangel für Betriebe nicht existenzbedrohend wird. 

Anforderungsprofil des WBL Developers

Diese neue und gleichzeitig anspruchsvolle Position braucht neben dem zuvor beschriebenen Aufgabenfeld auch ein klar definiertes Anforderungsprofil, damit sichergestellt werden kann, dass zukünftige Bewerber das nötige fachliche Wissen und Können sowie die persönlichen Eigenschaften mitbringen, die für die Tätigkeit erforderlich sind.

Dieses Anforderungsprofil wurde unter Federführung der SBG Dresden entwickelt. 

Nationaler Validierungsworkshop am 30.11.2018

Am 30. November 2018 fand im Rahmen der Sitzungen des Bildungsausschuss und des Arbeitskreis Schulen der nationale Validierungsworkshop des Erasmus-Projekts InPaint statt. 
Ziel des Workshops war es, die im Rahmen des Projekts entwickelte Webseite (WBL Observatory Platform) und das Profil des WBL Developer auf nationaler Ebene der Projektpartner durch Experten und Expertinnen des Malerhandwerks evaluiert werden. 
Somit bot der Workshop die Gelegenheit nationale Vorstellungen, Anregungen und Ideen einzubringen und damit die Ausgestaltung des Projekts konkret mitzubestimmen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops nutzten diese Gelegenheit und brachten sich intensiv in die lebhafte Debatte ein.

Die Ergebnisse des Workshops werden an die Projektpartner weitergegeben und die Ausgestaltung der evaluierten Aspekte entscheidend beeinflussen.

  • Vorstellung des Erasmus-Projekts InPaint
  • Diskussion der Projektergebnisse
  • Der WBL Developer im Mittelpunkt

In Paint Abschlusskonferenz in St. Pölten, Österreich – 13. September 2019

  • Foto: UNIEP

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