Pressemitteilung

Umsatzausfälle wegen Corona: Jeder zweite Malerbetrieb braucht bereits Liquiditätshilfen


Von:  Bundesverband - Mathias Bucksteeg / 17.03.2020 / 08:42 / 76 Tag(e)


Branche erwartet Umsatzeinbrüche von fast 50 Prozent / jeder zweite Betrieb des Maler- und Lackiererhandwerks will auf Kurzarbeit zurückgreifen


Die Corona-Krise führt zu erheblichen Umsatzeinbußen im Maler- und Lackiererhandwerk. In einer Blitzumfrage des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz vom Wochenende rechnen 60 Prozent der insgesamt 40.000 Betriebe damit, schon bald Liquiditätshilfen in Anspruch nehmen zu müssen. 

Messen, Gastgewerbe und Industrie stornieren in erheblichem Umfang Aufträge. Privatkunden lassen z.T. die Handwerker nicht mehr ins Haus. Aufgrund der Schulschließungen müssen Mitarbeiter zur Betreuung ihrer Kinder zuhause bleiben. Mehr als 10 Prozent der Betriebe haben bereits eine*n oder mehrere Mitarbeiter*innen in Quarantäne.

In der vergangenen Woche brach dadurch der Umsatz bereits um 14 Prozent ein, in den kommenden Tagen und Wochen erwarten die Betriebe Ausfälle in Höhe von 47 Prozent.

Die Kosten dagegen laufen im lohnkostenabhängigen Handwerk weiter. Mit einer durchschnittlichen Liquiditätslücke von 50.000 Euro pro Betrieb rechnet der Bundesverband in den nächsten vier bis sechs Wochen. Für die gesamte Branche addiert sich das zu einem Milliarden-Loch. 

„Liquiditätshilfen greifen nur, wenn sie schnell umsetzbar sind. Die geplanten Erleichterungen reichen nicht. Das Geld muss in wenigen Tagen nach Antragstellung auf dem Konto sein“, fordert der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes, Mathias Bucksteeg. 

Das gleiche gelte für Steuerstundungen und Kurzarbeit. „Wenn die Antragstellung länger dauert, als die Liquidität des Betriebs reicht, wird aus der „Bazooka“ des Bundesfinanzministers schnell ein Luftgewehr“, so Bucksteeg. Der Verband appelliert außerdem an die öffentlichen Auftraggeber, Investitionen nicht ebenfalls auszusetzen, sondern im Gegenteil jetzt vorzuziehen.

Die Betriebe selbst versuchen, durch Abbau von Arbeitszeitkonten (58% der Betriebe), Abbau von Urlaub (63%) und veränderte Betriebsabläufe (58%) gegenzusteuern. 47 Prozent wollen Kurzarbeitergeld beantragen, brauchen dazu aber dringend unbürokratische Verfahren. So muss laut Bundesverband der Bezugszeitraum rückwirkend ab dem Datum der Antragstellung gerechnet werden.

Das Maler- und Lackiererhandwerk ist mit über 200.000 Beschäftigten und einem Umsatz von über 16 Milliarden Euro eine der KMU-Schlüsselbranchen in Deutschland. Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz vertritt als Bundesinnungsverband die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Branche in Deutschland und Europa.


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