Bundesverband erarbeitet Teilqualifikationen für den Beruf Maler und Lackierer/in

Gemeinsam mit der Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerk (ZWH) entwickelt der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz ein vollständiges Set an Teilqualifikationen (TQs) für den Ausbildungsberuf Maler und Lackierer/in – Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung. Der Auftakt erfolgte am 24.03.2026 bei einem gemeinsamen Workshop in den Räumen der Geschäftsstelle des Bundesverbandes in Frankfurt am Main.

Die Experten und Expertinnen beraten über die Inhalte der Teilqualifizierungen

Holger Jentz, Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz

Die voraussichtlich sechs Teilqualifikationen werden alle Inhalte der bestehenden Ausbildungsordnung abdecken. Sie können unabhängig voneinander absolviert werden und vermitteln jeweils Kenntnisse und Fertigkeiten aus einem Teilgebiet der Ausbildung. Eine Teilqualifizierung wird rund 6 Monate dauern und von Bildungsträgern durchgeführt. In jeder Teilqualifizierung ist außerdem ein betriebliches Praktikum vorgesehen. Für Teilnehmende besteht keine Verpflichtung alle Module zu besuchen, aber wer sie erfolgreich durchläuft, erwirbt damit die vollständigen Ausbildungsinhalte und kann anschließend als sogenannter "Externer" zur Gesellenprüfung bei den Handwerkskammern zugelassen werden.

Teilqualifikationen sind kein neues Instrument, aber bedingt durch den zunehmenden Fachkräftemangel, sind sie verstärkt in den bildungspolitischen Fokus geraten. So hat die Bundesregierung sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, Teilqualifikationen als modulare, abschlussorientierte Weiterbildungen stärker in den Arbeitsmarkt integrieren zu wollen.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat sich mit einer Arbeitsgruppe dem Thema angenommen und eine Strategie für das Handwerk entwickelt. In einer zentralen Datenbank soll für jeden Handwerksberuf je ein TQ-Set hinterlegt werden, das künftig den Standard für Ausbildungsstätten bei der Durchführung von Teilqualifikationen definiert. Denn anders als die Berufsausbildung an sich, sind Teilqualifizierungen als Weiterbildungsangebote nicht gesetzlich verordnet, so dass jeder Bildungsträger theoretisch auch eigene Teilqualifikationen entwickeln könnte.

Holger Jentz, Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bundesverband, erklärt, warum man sich nach intensiven Beratungen zu der Entwicklung eines TQ-Sets entschieden hat: „Wir sind nach wie vor überzeugt davon, dass die duale Ausbildung der beste Weg zur Fachkräftesicherung ist. Für die Erarbeitung der Teilqualifizierungen haben wir uns dennoch entschieden, weil wir sicherstellen wollen, dass sie eng an unserer Ausbildungsordnung orientiert durchgeführt werden. Diese Aufgabe wollen und können wir nicht dem freien Markt überlassen.“

An der inhaltlichen Ausarbeitung beteiligen sich Expertinnen und Experten aus dem Bildungsausschuss des Bundesverbands. Das fertige TQ-Set wird voraussichtlich bis Ende des Jahres vorliegen.

Die ZWH begleitet das Projekt im Rahmen des Projekts "TQHW", das durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. In diesem Rahmen sind z. B. bereits vollständige Sets für AHK-Anlagenmechaniker/innen, Dachdecker/innen und Elektroniker/innen entstanden. Weitere Berufe sind derzeit ebenfalls noch in der Entwicklung.

Mehr zum Projekt "TQHW" des ZWH finden Sie unter https://tqhw.de/