Frontkamera bei Android-Smartphones filmt eventuell mit

MÜNCHEN. Die Zeitschrift CHIP weist aktuell auf ein neues mögliches Merkmal von Frontkameras bei Android-Handys ab 2022 hin: Dann soll die gegebenenfalls die Frontkamera permanent mitfilmen, was auch nicht abzustellen ist.

Ein softwarebedingtes Problem? Die Frontkamera könnte bei Android-Smartphones permanent mitfilmen.

Technisch wird das „möglich“, wenn ein neuer Prozessor namens Snapdragon 8 Gen 1 des Herstellers Qualcomm ab 2022 in Android-Handys eingebaut wird. Der Hersteller soll auf einem Technologiegipfel bestätigen haben, dass die Frontkamera der neuen Smartphones dann "immer nach dem Gesicht des Nutzers suchen" wird, auch wenn man das Handy weder aufhebt, berührt oder anders aktiviert. Die Kamera wird damit nie ausgeschaltet und prüft ständig das Umfeld. Die Daten laufen dann auf dem Prozessorchips zusammen, wo sie verarbeitet werden.

Folgen hätte das nicht nur für den Inhaber allein, sondern auch für alle Personen im Umkreis, egal, ob im Supermarkt, im Restaurant, auf der Straße etc., weil man auch von anderen Handys gefilmt werden kann – ähnlich, wie bei Sprachassistenten, die Umgebungstöne wahrnehmen. Das Handy erkennt den Nutzer dann nicht erst, wenn die Gesichtserkennung gestartet wird, sondern kann schon aktiviert werden, wenn der Besitzer nur im Blickfeld der Kamera ist. Außerdem soll damit erkannt werden, wenn einem von anderen Personen über die Schulter geschaut wird, sodass dann der Geräte-Screen automatisch deaktiviert wird.

Der Chiphersteller spricht bei der Neuerung von funktionaler Verbesserung für Nutzer, die aber hinsichtlich der Privatsphäre eher negativ ausfallen und in keinem Verhältnis stehen dürfte. Es ist nicht sicher, wie weit Smartphone-Hersteller den Chip einbauen – und auch, ob Nutzer dieses Feature dann doch deaktivieren können.