Konjunktur 2023 – personelle Zurückhaltung, steigende Verrechnungssätze

FRANKFURT. Seit vier Jahren führen wir die jährliche Konjunkturbefragung mit forsa durch. Nach der Befragung im März 2023 liegen die Ergebnisse für Maler- und Lackiererbetriebe vor.

Zuerst unser herzlicher Dank an alle Unternehmerinnen und Unternehmer, dass Sie sich die Zeit für unsere Fragen genommen haben. Wir wissen Ihren zusätzlichen Zeitaufwand im Arbeitsalltag sehr zu schätzen. Und es zahlt sich aus: Bei 1.034 Rückläufen können wir für 2023 wieder ein gutes und repräsentatives Branchenbild zeichnen! Auch für Fahrzeuglackierer wurde erstmals ein Stimmungsbild für die Branche erhoben. Dieses wird getrennt ausgewertet und folgt!

Natürlich fallen die Ergebnisse in den Ländern unterschiedlich aus. Zum Teil ist dabei auch Vorsicht bei der Bewertung geboten, weil nicht immer eine repräsentative Zahl an Antworten einging. Hier die Ergebnisse kurz und knapp:

Beteiligung von Betrieben aller Größen (hohe Beteiligung aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein)

  • bis   4 Personen (35 %)
  • bis   9 Personen (32 %)
  • bis 19 Personen (21 %)
  • ab 20 Personen (12 %)

82 % des Umsatzes entfallen über alle Betriebsgrößen auf die Sanierung

Auftraggeber über alle Betriebsgrößen

  • privat (57,3 %, etwas geringer als 2022)
  • Wohnungs-/Gebäudewirtschaft (16,7 %)
  • gewerbliche Auftraggeber (14,8 %)
  • öffentliche Auftraggeber (11,2 %)

Beschäftigungssituation

  • 48 % planen Stellenbesetzungen (2022 noch 56 %), größere Betriebe zu 78 % (2022 noch 86 %)
  • Es werden weiterhin Überwiegend Gesellen oder gewerbliche Auszubildende gesucht

Konjunkturelle Lage und künftige Erwartungen
Die Erwartungen sind gegenüber 2022 deutlich weniger positiv – Umsatzentwicklung und Rendite werden aufgrund eines Bündels an Gründen schlechter eingeschätzt: Steigende Energie- und Werkstoffkosten, Inflation sowie die Auftragslage bei Privatkunden. Hinzu kommen aber auch steigende Arbeitskosten und die allgemeinen wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Auftragsvorlauf/-bestand

  • Bundesdurchschnittlich sind es 11,7 Wochen (im Vorjahr noch 14,3 Wochen), wobei die Spanne zwischen 6 Wochen und 18,5 Wochen liegt
  • Bei Kleinbetrieben sind es 13,1 Wochen (+ 3,7 Wochen)

Erwartungen bei der Beschäftigtenentwicklung

  • 69 % der Betriebe sagen im ersten Halbjahr unverändert
  • 11 % antworten: steigend (überwiegend gewerblich/Azubi)
  • 17 % rechnen mit sinkenden Zahlen (meist gewerblich/Azubi)

Ausbildungssituation

  • 34 % haben wachsende Probleme mit der Besetzung von Ausbildungsplätzen
  • Eine gute/passende Besetzung gelingt aktuell 36 % (14 %Punkte mehr als 2022)
  • 22 % der Betriebe bilden nicht (mehr) aus und 6 % haben noch nie ausgebildet (bei den kleinsten Betrieben sind dies in Summe 55 %).

Die größten Belastungen

  • Politische, rechtliche, wirtschaftliche Rahmenbedingungen (64 %)
  • Fachkräftemangel (59 %)
  • Energie-, Rohstoff-, Materialpreise (58 %) und Arbeitskosten (57 %)

Ressourcen schonender Umgang im betrieblichen Kontext

  • Bis zu 99 % der Betriebe ist dies wichtig und über die Hälfte hat hier schon Maßnahmen hinsichtlich eines ökologischeren Werkstoffeinkaufs und –entsorgung sowie der Energieversorgung implementiert,
  • dennoch gibt es eine Reihe von Schwierigkeiten und so halten viele Betriebe aktuell nichts von einem weiteren Zertifikat in dieser Richtung (47 %)

Bilanzierung von Gewährleistungsrückstellungen

  • Mehr als ein Drittel bilanziert unter 0,5 %, obwohl die Finanzverwaltung nach Aussagen der Betriebe bis 1,5 % anerkennt.
  • Weitere 30 % bilanzieren etwa 0,5 % bis 1 % pro Jahr

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