Fort- und Weiterbildungen nach der Ausbildung

Die Ausbildung ist geschafft, jetzt geht es darum, die nächsten Schritte zu gehen. Es gibt viele Wege, wie du dich als Geselle bzw. Gesellin beruflich weiterentwickeln kannst. 

Welche Karrierechancen hat man als Maler bzw. Malerin?

Die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind so vielfältig wie das Maler- und Lackiererhandwerk selbst. Sie eröffnen dir den Weg in Führungspositionen oder in die Selbstständigkeit.

Hinweis: Zugunsten der besseren Lesbarkeit haben wir überall die männliche Form verwendet. Gemeint sind natürlich alle Menschen und Geschlechter.

Folgende Optionen hast du mit einer abgeschlossenen Ausbildung:

  • Vorarbeiter
  • Staatlich geprüfter Techniker
  • Meister
  • Geprüfter Betriebswirt (HwO)
  • Geprüfter Restaurator im Handwerk
  • Sachverständiger
  • Geprüfter Gebäudeenergieberater (HWK)
  • Studium mit Berufsabschluss

 

Geprüfter Vorarbeiter im Maler- und Lackiererhandwerk

Voraussetzung für die Fortbildung zum Vorarbeiter ist ein Gesellenabschluss. Als Vorarbeiter übernimmt du mehr Verantwortung: du übernimmst die Baustellenleitung, dokumentierst die Arbeiten und leitest deine Kollegen bei der Arbeit an. Du überprüfst die Qualität der geleisteten Arbeiten und korrigierst ggf. vorliegende Mängel. Auch das Erstellen von Aufmaßen gehört zu deinen Aufgaben.

Der Weiterbildungskurs wird von verschiedenen Anbietern, wie den Handwerkskammern, durchgeführt. Eine Besonderheit stellen die Vorarbeiterkurse der MEGA eG und der Schule für Farbe und Gestaltung Stuttgart dar. Hier wird die Fortbildung anhand des vom Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz entwickelten Schulungskonzepts durchgeführt.

Staatlich geprüfter Techniker

Die Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker wird an den Staatlichen Fachschulen Farbe und Gestaltung angeboten. Im Gegensatz zum Meister berechtigt der Abschluss als Techniker allein nicht dazu einen Betrieb zu gründen, zu führen oder auszubilden. Deshalb bieten die Fachschulen die Ausbildung zum Techniker als kombinierte Weiterbildungsgänge an, die zusätzlich zur Ausbildung zum Techniker auch alle relevanten Inhalte der Meisterausbildung abdecken.

Ein Pluspunkt des Technikers besteht darin, dass aufgrund der stärker technischen  Ausrichtung zusätzliche Karrieremöglichkeiten in der Lack- und Farbenindustrie bestehen.

Aufstiegs-Bafög

Für viele Weiterbildungen kannst Du Aufstiegs-Bafög beantragen. Damit werden Berufsabschlüsse, wie z. B. der Meister gefördert, die du nach deinem Gesellenbrief erlangst.

Mit dem Aufstiegs-Bafög bekommst du einen Zuschuss zu den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie den Kosten für dein Meisterstück. Die Zahlungen sind unabhängig von deinem Einkommen und Vermögen.

Wenn du deine Weiterbildung in Vollzeit absolvierst, kannst du auch einen Zuschuss zu deinem Lebensunterhalt beantragen. Die Förderung besteht zu einem Teil aus einem Beitrag, der nicht zurückgezahlt werden muss und zum anderen aus einem zinsfreien Darlehen.

Meister

Die Fortbildung zum Meister bzw. zur Meisterin im Malerhandwerk setzt einen Gesellenabschluss voraus, aber keine vorherige Berufserfahrung.

Du kannst die Meisterschule direkt besuchen oder damit starten, wenn du ein paar Jahre als Geselle bzw. Gesellin gearbeitet hast. Der Meistertitel eröffnet dir zahlreiche Karrierewege, wie die Möglichkeit, einen Betrieb zu führen oder als Ausbilder zu arbeiten. Zudem ist er einem Bachelorabschluss gleichgestellt und ermöglicht dir den Zugang zu einem Studium.

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Geprüfter Betriebswirt (HwO)

Bei der Fortbildung zum Betriebswirt bzw. zur Betriebswirtin handelt es sich um ein gewerkübergreifendes Angebot, d.h. hier werden Handwerker aus den verschiedenen Gewerken gemeinsam unterrichtet. Zugangsvoraussetzung ist der Meistertitel oder eine andere Fortbildung im technischen oder kaufmännischen Bereich. Eine abgeschlossene Berufsausbildung alleine ist nicht ausreichend.

Das Ziel der Fortbildung besteht darin, dass handwerklich ausgebildete Personen sich für eine erfolgreiche Betriebsführung qualifizieren. Deshalb stehen kaufmännische und betriebswirtschaftliche Themen im Mittelpunkt. Angeboten wird die Fortbildung zum Betriebswirt von den Handwerkskammern, die nach einem bundesweit einheitlichen Lehrplan unterrichten. Informiere dich am besten bei der Handwerkskammer in deiner Nähe.

Geprüfter Restaurator im Handwerk

Voraussetzung für den Restaurator im Handwerk ist der Meistertitel. Der Abschluss ist als Master Professional für Restaurierung im Handwerk konzipiert und soll perspektivisch auf dem Niveau eines Masterabschlusses eingeordnet werden.

Die Fortbildung ist für alle interessant, die sich für Altbausanierung und die Restaurierung von historischen Gebäuden, Kirchen, Denkmälern etc. interessieren. Auch den Restaurator gibt es in verschiedenen Gewerken. Für das Maler- und Lackiererhandwerk bieten z. B. die Münchner Farbe Schulen, die Propstei Johannesberg und die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld die Fortbildung zum Restaurator an.

Sachverständiger

Eine weitere spezialisierte und anspruchsvolle Fortbildung ist die zum öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen. Voraussetzung ist der Meistertitel.

Als Sachverständiger wird man eingesetzt, wenn es zu Streitigkeiten über geleistete Arbeit kommt. Gibt es zum Beispiel Probleme bei einer Fassadenbeschichtung, über die sich der Maler und der Kunde streiten, dann ist es die Aufgabe des Sachverständigen als neutrale Instanz die Ursache herauszufinden. Besonders in Gerichtsprozessen spielen die Gutachten der Sachverständigen eine wichtige Rolle für die Entscheidung des Gerichts. Die Prüfung erfolgt durch die Handwerkskammern. Die Vereidigung als Sachverständiger durch die Handwerkskammer erfolgt spezifisch für das jeweilige Gewerk, wie z.B. bei Malern das Maler- und Lackiererhandwerk.

Geprüfter Gebäudeenergieberater (HWK)

Voraussetzung für die Fortbildung zum Gebäudeenergieberater ist ein Meistertitel oder ein Hochschulabschluss in einer relevanten Fachrichtung. Als Malermeister gehört man zu den Gewerken aus dem Bau- und Ausbaugewerbe, die für die Ausbildung zum Gebäudeenergieberater zugelassen sind.

Die Fortbildung erfolgt durch die Handwerkskammern gewerkeübergreifend nach bundesweit einheitlichen Vorgaben. Als Gebäudeenergieberater kümmert man sich darum, energieeffiziente Modernisierungen, Sanierungen und Neubauten zu planen, um Energieeinsparungen zu erreichen.

Studium mit Berufsabschluss

Als Geselle erhält man einen fachgebundenen Hochschulzugang, wenn man über drei Jahre Berufserfahrung hat und ein Eignungsfeststellungsverfahren der Hochschule erfolgreich absolviert. Der Meisterabschluss hingegen ermöglicht direkt den allgemeinen Hochschulzugang. 

Es ist also möglich mit einem Gesellen- oder Meisterabschluss zu studieren. Wenn man einen eigenen Betrieb führen und sich dafür noch weiter vorbereiten möchte, wäre zum Beispiel  Betriebswirtschaftslehre (BWL) eine Möglichkeit. Es gibt aber auch verschiedene Möglichkeiten fachspezifische Studiengänge auszuwählen oder ein Lehramtsstudium für die Berufsschule zu absolvieren.

Fachspezifische Studiengänge sind z. B.:

  • Handwerksmanagement (B.A.)
  • Gestaltung (B.A. / M.A.)
  • Produkt- und Objektdesign (B.A.)
  • Design (M.A.)
  • Innenarchitektur (B.A. / M.A.)
  • Material Culture Design (M.A.)
  • Konservierung und Restaurierung (B.A. / M.A.)
  • Bauerhaltung und Bauen im Bestand (M.Eng.)
  • Chemieingenieurwesen (B.A. / M.A.) (wählbarer Schwerpunkt Lackingenieurwesen)