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Versteckter Asbest in Innenräumen: Was Eigentümer und Handwerker wissen sollten
Asbest ist ein faserförmiges silikatisches Mineral, das aufgrund seiner guten technischen Eigenschaften (nicht brennbar, hohe Zugfestigkeit, gute Chemikalienbeständigkeit, gutes Bindevermögen mit anderen Materialien) schwerpunktmäßig in den 60iger bis 80iger Jahren in über 3.000 Produkten in Deutschland verwendet wurde.
In Deutschland wurde das Material 1993 verboten, weil es Asbestose, Lungen- und Kehlkopfkrebs, und ganz asbestspezifisch Rippen- und Bauchfellkrebs verursachen kann. In manchen Ländern wurde Asbest früher verboten (Norwegen 1984, Schweiz 1990), in anderen später (EU- Asbestverbot 2005).
Typische Asbestprodukte
Bekannte Produkte, die an und in Gebäuden vorkommen können, sind Wellasbestdächer und Asbestzementfassadenplatten. Im Innenbereich gibt es noch asbesthaltige Bodenbeläge wie Vinylasbestplatten (Floorflexplatten) oder Cushionvinylbeläge.
Asbest in Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern – Gebäude vor 1993 können betroffen sein
Im Gegensatz zu den meist sichtbaren Asbestprodukten können in Gebäuden vor 1993 auch Asbestprodukte „versteckt“ vorkommen. Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber können asbesthaltig sein und sind unter Fliesen, Anstrichen oder Tapeten verborgen. Nicht jedes Gebäude muss jedoch betroffen sein. Bisherige Untersuchungen zeigen, dass ca. nur in 25 - 30 Prozent dieser älteren Gebäude tatsächlich asbesthaltige Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber vorhanden sind.
Keine Gefahr bei üblicher Nutzung auch bei asbesthaltigen Untergründen
Bei üblicher Nutzung geht von diesen verdeckten Materialien keine Gefahr aus. Der Asbest ist im Material gebunden und außerdem durch Fliesen, Beschichtungen oder Tapeten abgedeckt, so dass keine Fasern in die Raumluft gelangen können. Bei Beschädigungen (z. B. durchgeriebene Bodenbeläge, Putzbeschädigungen) kann die Situation anders aussehen. Ein Fachmann kann nach der Asbestrichtlinie die Gefährdung abschätzen.
Potentielle Gefahr bei üblichen Renovierungsarbeiten
Bei Beschädigungen oder Renovierungsarbeiten (Schleifen, Stemmen, Schlitzen und auch Bohren) können aber gesundheitsgefährdende Mengen an Asbestfasern entstehen. Diese würden ohne besondere Schutzmaßnahmen den Handwerker oder Heimwerker belasten. Es würden aber auch Räume verunreinigt werden, was zu einer Belastung der Bewohner führen kann. Dies bezieht sich nicht nur auf die Baustelle selbst, denn die luftgetragenen Fasern können sich ohne Abschottung wie Staub leicht in andere Räume verbreiten.
Im zweiten Teil erfahren Sie, welche Maßnahmen Sie bei Asbestverdacht ergreifen müssen.

Asbestzementfassadenplatte 
Cushionvinylbelag (Bodenbelag) 
Promabestleichtbauplatte (Trennwände) 
Floorflexplatten (Bodenbelag)
